Angst vor Aufklärung?

Hühnerfabrik in der Nähe von Bern mit 12.000 Hennen:
Das meiste liegt im Verborgenen, wenn es um “Nutztiere” geht.
In diesen Tagen wurde uns, per Email und anonym, offen gedroht: Wir sollen schleunigst damit aufhören, schlecht über Bio zu schreiben, sonst …

Von den restlichen Beschimpfungen einmal abgesehen, steht hinter dieser Drohung eine weit verbreitete Ansicht: Tiere auf Bio-Höfen haben es doch gut, besonders hierzulande – was will man mehr?

Richtig daran ist:
Es gibt unbestritten Unterschiede zwischen konventioneller und ökologischer Tiernutzung, so etwa, was den Einsatz von Medikamenten angeht.

Was hingegen nicht zutrifft:
Tiere aus ökologischer Haltung haben es automatisch besser oder sind schon deswegen gesünder, weil sie “Bio” sind.
So leiden rund ein Drittel aller Bio-Milchkühe an Euterentzündungen (Mastits), das sind genauso viele wie auf konventionellen Höfen.
Federpicken oder gar Kannibalismus unter Hühnern gilt auch in der ökologischen Haltung als ernsthaftes Problem.
Bio-Puten werden, nicht anders als die “Turbo-Puten” in den Tierfabriken, mit Kraftfutter in nur 5 Monaten auf ein Gewicht von 20 Kilogramm hochgemästet, die Folge sind schwere Gelenkschäden.
Kälber werden nur wenige Stunden nach der Geburt ihren Müttern weggenommen und einzeln in “Iglus” gesperrt, auch da macht Bio keine Ausnahme.
Schließlich erreichen “Nutztiere” auch in der Öko-Haltung nur noch einen Prozentsatz ihrer eigentlichen Lebenserwartung – und das, obschon ein möglichst langes und selbstbestimmtes Leben zum Credo der Bio-Landwirtschaft gehört!

Von all dem ist in der Öffentlichkeit kaum die Rede, und wir wissen aus eigener Erfahrung, wie viele Stunden Recherchearbeit es häufig braucht, um an diese Informationen heranzukommen. Umso wichtiger ist es, darüber zu berichten. Denn nicht selten wird “Bio” den Konsument/innen als einzige Alternative zu den schlimmen Auswüchsen der Massentierhaltung verkauft – entweder konventionell oder biologisch.

Es gibt aber eine dritte Alternative:
Nur ist sie schlecht für all jene, die mit den Tieren ihr Geld machen: Die meisten von uns sind auf den Konsum tierischer Produkte eigentlich gar nicht angewiesen!
Auch darüber gilt es sachlich und unvoreingenommen zu informieren. Denn wenn es um das viel zitierte Wohl der Tiere geht, ist jede Alternative in Erwägung zu ziehen. Aufklärung, die auf halber Strecke halt macht – so etwa bei der Bio-Alternative –, ist nichts anderes als Propaganda.
Wir sollen damit aufhören, schlecht über Bio zu schreiben, sonst…Ja, was sonst: konsequente, unverblümte Aufklärung!

Quelle: tier-im-fokus.ch, 07.12.2011
Bildmaterial: pixelio.de

 

Brüssel rückt in greifbare Nähe!

Fünf-Prozent-Klausel im Europawahlrecht verfassungswidrig

Die Überraschung war perfekt: Das sensationelle Urteil des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts vom 09. November 2011, mit dem der § 2 Abs. 7 des Europawahlgesetzes für nichtig erklärt wurde, hatte das Zeug, uns als eine der kleinen Parteien in wahre Begeisterung zu versetzen, werden wir doch mit guten Nachrichten nicht gerade verwöhnt! Mit 5 zu 3 Stimmen wurde die Fünf-Prozent-Sperrklausel, wie sie noch bei der Europawahl 2009 gültig war, gekippt. Wie es in der Pressemitteilung vom BVG heißt, verstößt sie „gegen den Grundsatz der Wahlrechtsgleichheit und der Chancengleichheit der politischen Parteien“ - eine bedeutungsvolle Formulierung, die den Kern des Urteils trifft und sich wie ein roter Faden durch die ausführlichen Erläuterungen zieht.

Interessant die Aufzählung der 7 (über 0,5 Prozent-) Parteien, die mit je einem Abgeordneten (Freie Wähler 2) in dieser Reihenfolge 2009 ins EU-Parlament eingezogen wären: REP, Tierschutzpartei, Familie, Piraten, Rentner, ÖDP.

Die fünf fortschrittlichen Verfassungsrichter/innen liegen mit ihren Argumenten voll auf der Linie des Verfassungsrechtlers von Arnim, der diesen Prozess ins Rollen brachte. Ihnen und vor allem dem überaus mutigen Hans Herbert von Arnim gilt unser Dank! Es ist ihm auf diese Weise gelungen, das BVG dazu zu bewegen, einigen selbstgefälligen und auf egoistischen Machterhalt programmierten Parteien die Grenzen aufzuzeigen. Mehr solcher Erfolgserlebnisse - und die oft entbehrungsreiche politische Arbeit macht auch einmal Spaß!

Brüssel ist für unsere Partei in greifbare Nähe gerückt – packen wir’s an!


Quelle: Bundeshomepage, 10.11.11

 

Große Mengen von Antibiotika in der Massen-Geflügel-Haltung

Eine Untersuchung des NRW-Verbraucherschutzministeriums hat ergeben, dass in 83 % des untersuchten Geflügels mehr als bis zu acht verschiedene Antibiotika ins Futter gemischt worden sind. Diese Ergebnisse aus 182 Betrieben sollen Mitte November offiziell vorgestellt werden.
Das Bundesverbraucherministerium wies jede Verantwortung von sich und berief sich auf die Zuständigkeit der einzelnen Länderbehörden, die für die Überwachung von Antibiotika in der Massentierhaltung zuständig seien.

Antibiotika dürfen nicht als Wachstumsförderer, sondern nur aus medizinischen Gründen in der Massentierhaltung verwendet werden.

Für den Geschäftsführer des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG), Thomas Janning, ist die Unterstellung, dass Antibiotika als Wachstumsförderer verwendet wird, unwahr.
Trotzdem wolle man in den nächsten fünf Jahren Antibiotika um 30 % reduzieren. Diese Aussage von Janning lässt dann jedoch den Schluss zu, dass 83 % des Geflügels krank sind.

2010 wurden 1,4 Millionen Tonnen Geflügel geschlachtet und gegessen. Davon waren entsprechend der Studie 83 % des Geflügels, also fast 1,2 Millionen, erkrankt, da bei ihnen, so die Studie, Antibiotika ins Futter gemischt wurde.

Falls das jemand interessiert: Das Leben eines Huhnes in der Massentierhaltung dauert vom Schlüpfen bis zur Schlachtung ca. 35 Tage.

Petra Kuppinger, 29.10.2011
Bildmaterial: pixelio

 

Die Wölfe kehren nach Deutschland zurück

1904 wurde der letzte Wolf in Sachsen erlegt.
Mittlerweile leben in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg wieder zwölf Rudel.
Mit Hilfe von GPS-Sendern konnte in einer zwei Jahre andauernden Studie festgestellt werden, dass Wölfe mehr als 70 km am Tag zurücklegen und daher auch überall in Deutschland auftauchen können.
NABU-Wolfsexperte Markus Bathen: ‚Wölfe sind körperlich dazu in der Lage, innerhalb von wenigen Monaten halb Europa zu durchqueren. Wir gehen davon aus, dass früher oder später jedes Flächenbundesland, selbst Nordrhein-Westfalen, seine Wolfsrudel bekommen wird‘.

Im September 2011 hat der NABU die Wolfs-Informationsreise ‚Tour de Wolf‘ gestartet. Ziel ist es, in den alten Bundesländern frühzeitig das Bewusstsein über die Rückkehr des Wolfes zu wecken.

Die Menschen kennen den Wolf oft nur aus Märchen wie Rotkäppchen oder aus Vampirfilmen, in denen er stets für das Böse steht. Dabei wissen wir heute, dass der Wolf genau das nicht ist. In den zurückliegenden elf Jahren, in denen es Wölfe in Deutschland gibt, hat sich kein einziger Wolf aggressiv einem der über 250.000 Menschen genähert, die im Wolfsgebiet leben‘, so Bathen.

Der BfN empfiehlt den Bundesländern ein Wolfsmanagement zu erarbeiten, damit die Ausbreitungsfähigkeiten der Wölfe und deren Rückzugsräume ebenso Rechnung getragen werden kann wie Aufklärung und Information der Bevölkerung, die übrigens mehrheitlich die Rückkehr der scheuen Tiere begrüßt. Nach Informationen des BUND leben derzeit 60 Wölfe in Deutschland.

Für Rückfragen:
Markus Bathen
NABU-Wolfsexperte
0172 6453537
NABU-Pressestelle: 030 284984-1510, -1722,
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Petra Kuppinger, 28.10.2011
Bildmaterial: pixelio.de

 

Qualvolle Tiertransporte

Kreuz und quer werden sie durch Europa gekarrt: Pferde, Rinder, Schafe und Schweine.
Aufgrund zunehmender Spezialisierung der Betriebe erfolgen Geburt, Aufzucht, Mast und Schlachtung in spezialisierten, räumlich teils weit voneinander getrennten Großbetrieben.
Importländer in Nordafrika und im Nahen Osten verlangen Lebendtransporte, um die Tiere gemäß ihrer religiösen Riten zu schächten.

Für die Tiere bedeutet ein Transport eine große Belastung:
die Trennung von vertrauten Artgenossen und Stallungen, die Enge des Laderaums und die nicht artgerechten Fütterungs- und Tränkintervalle verursachen den meisten Stress.

Zurzeit gilt für die Beförderung von Lebendtieren eine Verordnung, die seit 2007 in Kraft ist. Obwohl der Wissenschaftliche Ausschuss für Tiergesundheit und Tierschutz der EU-Kommission bereits im Jahr 2002 empfohlen hat, die Transportzeiten so kurz wie möglich zu halten, wurde der Vorschlag ignoriert.
Die maximale Beförderungsdauer von acht Stunden kann bei Einhaltung bestimmter Ruhezeiten beliebig verlängert werden.
So ist bei einem 14 Stunden-Transport von Rindern eine einstündige Tränk- und Fütterungspause ausreichend.
Nach weiteren 14 Stunden müssen die Rinder für eine 24-stündige Ruhepause mit Futter und Wasser ausgeladen werden.
Danach kann der Transport weitere 29 Stunden lang fortgesetzt werden, bis die nächste eintägige Rast eingelegt werden muss…usw.

Der respektlose Umgang mit anderen Lebewesen ist der Gradmesser für die zunehmende Verrohung und Verblödung unserer Gesellschaft.

Am 18. Dezember 2009 forderte der deutsche Bundesrat eine Höchstdauer von acht Stunden für Schlachttiertransporte; das Europäische Parlament schlug am 30. April 2004 eine absolute Transportzeitbeschränkung vor.

Passiert ist nichts: die Transporte gehen weiter.
Die EU will nun bis Ende 2011 das Tiertransportrecht und die bislang fehlenden zeitlichen Beförderungsgrenzen überprüfen.

Petra Kuppinger, 17.10.2011
Bildmaterial: soylent.network

 

Starke Lobbyarbeit:
Eine Milliarde Euro Subventionen für Massentierhalter!!!

Der BUND hat recherchiert, dass 2008 und 2009 über eine Milliarde Euro Subventionen in die industrielle Massentierhaltung von Schweinen und Geflügel geflossen sind.

Davon im Einzelnen:
950 Millionen für den Anbau von Futtermittel;
80 Millionen für den Bau großer Mastanlagen;
(2008 flossen allein 26 Millionen Euro nach Sachsen für neue Geflügel- und Schweinemastanlagen. 2009 flossen allein 20 Millionen Euro nach Bayern für neue Schweine- und Geflügelmastbetriebe.)
20 Millionen Euro als Exportsubventionen an die zehn größten Schlachtfirmen;
(2008 erhielt die Großschlachterei ‚Doux Geflügel’ in Brandenburg 4,7 Millionen Euro Subventionen. 2009 erhielt die Großschlachterei ‚Tönnies Fleischwerk GmbH‘ in NRW 3,3 Millionen Euro Subventionen.)

Der BUND kritisiert, dass die pauschale Subventionsvergabe die Überproduktion fördere. Mittlerweile wird jedes zehnte in Deutschland geschlachtete Schwein exportiert.
Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender: ‚Die Massentierhaltung schadet dem Klima und der Artenvielfalt, belastet durch Überdüngung die Gewässer und setzt Tiere unnötigen Leiden aus. Der hohe Antibiotikaeinsatz stellt ein Gesundheitsrisiko dar und das aus den Stallanlagen austretende Ammoniak beeinträchtigt Anwohner und Umwelt. Die Agrarsubventionen verschärfen diese Probleme noch und fördern zudem Konzentrationsprozesse bei Mast- und Schlachtbetrieben, womit Arbeitsplätze verloren gehen‘.

Wiesenhof erwirtschaftet einen jährlichen Umsatz von 2,1 Milliarden Euro. Es ist nicht mehr nachzuvollziehen, weshalb solche Firmen, deren enormer Profit auf Ausbeutung und Quälerei basiert, auch noch Steuergelder erhalten.

Weitere Infos:
http://goo.gl/BaVps

Petra E. Kuppinger
Quelle: Proplanta, 01.09.2011
Bildmaterial: pixelio.de

 

Kämpfen Sie mit uns gegen die Delfinjagd in Japan!

In Japan sterben jährlich ca. 15.000 Kleinwale und Delfine einen grausigen Tod. Dies machte Japan zum traurigen Schauplatz des Dokumentarfilms „Die Bucht“. Doch trotz internationaler Proteste und obwohl das Fleisch der Tiere stark mit Giftstoffen belastet und ungenießbar ist, hat die Regierung in Tokio auch die neue Jagdsaison ab dem 1. September genehmigt. Protestieren Sie beim Japanischen Fischereiminister!

http://www.prowildlife.de/content/beenden-sie-die-delfinjagd-japan

Quelle: Pro Wildlife, 01.09.11

 

Zeit für eine verantwortungsvolle und bewusste Ernährung

Medien und Industrie gaukeln uns vor, dass Fleisch gesund ist und die Tiere ein schönes Leben auf wunderschönen grünen Wiesen haben.
Doch weichen hier Wirklichkeit und Werbung krass auseinander, wenn wir uns die Hintergründe etwas genauer betrachten.

Das Leben auf dem Bauernhof mit seinen grünen Weiden und idyllischen Szenen findet sich nur noch in Kinderbüchern; die grausame Wirklichkeit zeigt sich den Tieren in Form von fensterlosen Metallhallen, Drahtkäfigen und anderen Vorrichtungen, um sie auf engstem Raum einzupferchen. Diese Enge und reizarme Umgebung führt zu Stressverhalten, bei dem sich beispielsweise Hühner durch gegenseitiges Anpicken verletzen.
Kurz nach dem Schlüpfen werden die männlichen Küken, die für die Eier-Produktion untauglich sind, bei lebendigem Leib geschreddert und als Tierfutter an Pelztierfarmen oder Geflügelmastanstalten verkauft.
Das gilt übrigens auch für Bio-Eier.

Die Massentierhaltung ist mit artgerechter Tierhaltung nicht zu vereinbaren; für die Milliarden von Tiere, die in ihrem kurzen Leben weder den Himmel noch eine Wiese sehen, bedeutet diese Haltung unvorstellbare Qualen.

Für viele Menschen bereitet der Kauf von Bio-Produkten ein ruhiges Gewissen, da sie sich einreden, dass es den Biotieren besser ginge als denen in der Massenhaltung.
Die glücklichen Hühner, Schweine und Kühe halten es vor lauter Glückseligkeit kaum in ihrem Stall aus und werden dann wohl zu Tode gestreichelt.

Der Fleischesser hat nicht nur Schuld an der Massentierhaltung und das damit verbundene Leid der Tiere, die ein solch grausames Leben ertragen müssen, sondern auch an der Umweltzerstörung, d. h. letztlich an der Zerstörung seiner selbst, da für den Anbau von Futtermittel Land, Wasser und andere Ressourcen verschwendet werden, die für den Menschen eingesetzt werden könnten.

Um 1 kg Fleisch zu produzieren, werden 16 kg Getreide benötigt.
18% der Treibhausgas-Emissionen werden von der Massentierhaltung verursacht.
37% der Methanemissionen werden durch die im Verdauungstrakt von Tieren entstehenden Methangase verursacht.
Futteranbau, Tiermast usw. tragen zur Versauerung der Waldböden bei.

Die Eiweißzufuhr liegt in den westlichen Industrieländern über der Empfehlung von 0,8 Gramm/Kg Körpergewicht.
Der Mensch braucht für seine Ernährung kein tierisches Eiweiß.
Die Auswertung von Langzeitstudien an 442.000 Menschen hat gezeigt, dass der Verzehr von Fleisch und Wurst mit erheblichen Gesundheitsschäden verbunden ist und mit einer fleischlosen Ernährung die optimale Deckung des Nährstoffbedarfs unseres Körpers gewährleistet wird.
Für Frank Hu, Leiter des Forscherteams der Harvard School of Public Health in Boston, haben die Ergebnisse der Studie große Bedeutung für die öffentliche Gesundheit und er empfiehlt, den Fleischkonsum so oft wie möglich durch Nüsse und Vollkornprodukte zu ersetzen.
In Deutschland leben laut Schätzung der WHO ca. 8 Millionen Menschen mit einer Diabeteserkrankung, weltweit ca. 346 Millionen Menschen. Bei einem täglichen Verzehr von verarbeitetem Fleisch erhöht sich nicht nur das Diabetesrisiko auf 51%, auch das Risiko von Krebserkrankungen und Herz- und Kreislaufleiden sind erhöht.

Mehr als 1 Milliarde Menschen hungern, mehrere Milliarden Menschen gelten als unterversorgt; dagegen ist die Hälfte der OECD-Bürger übergewichtig.
Global betrachtet werden genug Lebensmittel für alle Menschen produziert, doch werden sie meist von den industrialisierten Ländern konsumiert.
Die Schwellen- und Entwicklungsländer passen sich in ihren Ernährungsgewohnheiten zunehmend den Industrieländern an, so dass sich das erwähnte Verteilungsproblem zu einem Mengenproblem entwickeln wird.
Die westliche Ernährung zeichnet sich durch eine hohe Kalorienzufuhr und tierische Nahrungsmittel aus.
Für die Produktion von 1000 kcal Getreide werden 1,1 qm landwirtschaftliche Fläche benötigt, für die Produktion von 1000 kcal Schweinefleisch dagegen 7,3 qm Fläche.

Die Massentierhaltung ist der größte Verursacher von Treibhausgasen, der größte Verbraucher von Süßwasser und führt zum Verlust der Biodiversität und zu gravierenden Bodendegenerationen.

Die Industriestaaten sind aufgefordert, ihre Essgewohnheiten so zu ändern, dass der Fleischkonsum nicht als Zeichen des Wohlstandes, sondern als Zeichen der Verantwortungslosigkeit, Grausamkeit und Zerstörung unserer Ressourcen von den Entwicklungsländern geächtet wird.

Leider kann man von den regierenden Parteien diese Einsicht nicht erwarten, so dass den Befürwortern von Massentierhaltung nur die Erkenntnis der eigenen Erfahrung der resultierenden Erkrankungen zu wünschen ist.

Petra E. Kuppinger, 14.08.2011

 

Ein Schiff wird kommen

Vollgeladen mit 80.000 Tonnen Soja, das vom brasilianischen Hersteller André Maggi gentechnisch verändert wurde und nun in Europa bei der Großmolkerei Friesland-Campina und dem Fleischkonzern Vion seinen Absatzmarkt gefunden hat.
Die internationale Umweltorganisation WWF hat der Ladung das Zertifikat ‚nachhaltig‘ gegeben.
So landen gentechnisch verändertes Öl und Schrot in der Milch, im Schweine- und Hühnerfutter, in Margarine und Dressings – und die Konzerne hängen sich dank des grünen Steigbügelhalters WWF ein grünes Mäntelchen um.

Die Vereinigung RTRS (Round Table on Responsible Soy Association/ Runder Tisch für nachhaltigen Soja-Anbau), der Firmen wie Monsanto, Unilever, Bayer Crop Schience und der WWF angehören, lassen den Anbau von Gen- Soja zu.
Alle als RTRS-Soja-Produkte werden als ‚nachhaltig‘ bezeichnet, sofern damit Regenwald oder andere biologisch wertvolle Landschaften gerettet werden können.
Die damit verbundene Verwendung des Total-Herbizids Round-up mit dem Wirkstoff Glyphosat hat erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt und die Gesundheit.
Der niederländische Fleischproduzent Vion will bis 2015 alle seine Bauern auf RTRS-Soja umstellen und das Konzept auf Deutschland ausdehnen. In der Ankündigung des Konzerns findet sich kein Wort darüber, dass RTRS-Sojaschrot auch Gentechnik enthalten kann.

Greenpeace, Demeter, Naturland, Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft und der BUND werfen dem WWF Missbrauch des Begriffs der Nachhaltigkeit vor, da sie den internationalen Initiativen, die gegen die Gentechnik kämpfen, ‚in den Rücken zu fallen‘.
Während sich der amerikanische WWF-Vizechef Jason Clay klar zur Gentechnik bekennt, warnt die deutsche WWF-Sprecherin Deilmann Firmen davor, RTRS-Soja zu verwenden.

Der WWF ist auch Mitgründer für vermeintlich nachhaltigen Palmöl-Anbau, RSPO (Round Table on Sustainable Palmoil/ Runder Tisch für nachhaltige Palmöl-Gewinnung).
Im November 2009 wandten sich 80 international agierende Umweltorganisationen gegen die WWF-Hilfe für den RSPO, da er die Vertreibung der lokalen Bevölkerung von künftigen Palmöl-Plantagen dulde und Moore und Regenwälder zerstöre.
‚Endlich hat jemand den Mut, den WWF und seine Machenschaften mit der Industrie zu thematisieren‘, so die Organisation ‚Freunde für die Naturvölker‘.
Die Organisation helfe der Palmöl-Industrie sich auszudehnen und eine zerstörerische Produktion ‚grün zu waschen‘.

Petra E. Kuppinger, 12.07.2011
Bildmaterial: Tierschutzpartei, Archiv

 

Thema CO2

Das farb- und geruchlose CO2, das beim Verbrennen von Benzin und Luft entsteht, erfasst als Leitwährung den anthropogenen Treibhauseffekt, der durch übermäßige CO2-Emissionen entsteht.
Der Treibhauseffekt entsteht durch das Entweichen von Gasen, die als Folge die Erde erwärmen. Dieser natürliche Treibhauseffekt ist die Grundlage unseres Lebens. Erhöhte Mengen von Gasen hindern die Strahlung der Sonne, so dass ein Treibhauseffekt entsteht. Die Folgen sind schmelzende Gletscher, Anstieg des Meeresspiegels, erhöhte Unwettergefahr, Ausbreitung von Dürregebiete und Zunahme von Bodenerosion.
Stärkere Treibhausgase sind Methan (CH4), das durch Massentierhaltung entsteht, Lachgas (N20), durch Viehhaltung und Düngemittel, Fluorkohlenwasserstoffe (FCKW), die in Kühlmitteln verwendet werden und Schwefelhexafluorid (SF6), womit früher Reifen gefüllt wurden.
Die Wirkung dieser Gase wird äquivalent zu CO2 ausgedrückt. So ist die Wirkung von Methan 25-fach, Lachgas 298-fach zu CO2.
Deutschland ist mit ca. 900 Tonnen der größte CO2-Produzent in Europa, danach folgt Großbritannien. Fleisch ist der mit Abstand größte CO2-Produzent unter den Lebensmitteln. Im Durchschnitt isst jeder Deutsche 12 kg Fleisch im Jahr. Das bei der Verdauung entweichende Methangas trägt 25-mal mehr zur Erderwärmung bei als CO2.
Um für Futtersoja oder Ölpalmen Anbauflächen zu schaffen, werden z. B. in Indonesien ganze Urwaldgebiete zerstört und dadurch jährlich 1,8 Milliarden Tonnen klimaschädliche Gase freigesetzt. Daneben verhungern die letzten Orang-Utans. Palmöl wird auch in der Lebensmittelindustrie für die Herstellung von Schokoriegel verwendet.
Photosynthese ist der natürliche und zugleich preiswerteste Abbau von CO2: Pflanzen atmen CO2 ein und verwandeln sie mit Hilfe von Wasser, Nährstoffen aus dem Boden und Sonne in Sauerstoff.
Wissenschaftler fragten sich, ob und wie viel mehr Pflanzen CO2 speichern können. So wurden in Italien 6 Jahre lang drei Pappelarten mit CO2 besprüht. Das Ergebnis war erstaunlich: die Pappelstämme wuchsen um 13 bis 40 Prozent, die Äste waren 34 bis 56 Prozent dicker als eine Vergleichsgruppe ohne Besprühung. Noch erstaunlicher ist ein Kiefernwald am Rande der Negev-Wüste, der sich trotz Trockenheit und Hitze sehr gut entwickelt und in das Wüsteninnere ausbreitet.

Das schmutzige Geschäft mit dem Emissionsrechtehandels wurde auf der Weltklimakonferenz in Kyoto beschlossen. Die Industriestaaten verpflichteten sich, bis 2012 ihre Treibhausgase um 5,2 Prozent unter das Niveau von 2005 zu senken. Als Instrument dazu sollten die Emissionsrechte dienen.
Mittlerweile ist daraus ein eigener Wirtschaftszweig mit Milliarden von US-Dollar entstanden.
Der Markt teilt sich in zwei Gruppen: die eine Gruppe hilft den Firmen, Zertifikate zu beantragen, die andere beglaubigt die Anträge.
Wer dabei den Klimaschutz in Entwicklungs- und Schwellenländern fördert, kann sich das eingesparte CO2 gutschreiben lassen und die Zertifikate an Firmen verkaufen, deren Ausstoß größer war. So wurden im Jahre 2009 weltweit für 90 Milliarden Euro Zertifikate gehandelt.
Marktbeobachter rechnen mit einer Preiserhöhung der Zertifikate bis 2020. Die Banker freuen sich, verdienen sie doch an der Preisbewegung von An- und Verkauf. Wenn es schon zu dem Klimaschutz nichts beiträgt, so doch wenigstens dem Kontostand der Spekulanten.

Nach der Verabschiedung des CCS-Gesetztes im Bundestag: massive Kritik an CO2-Speicherung

Über diese aktuelle Diskussion berichteten wir bereits am 14.04.2011:

Um weiterhin Kohlekraftwerke betreiben zu können, will der schwedische Energiekonzern Vattenfall Europe das beim Verbrennen von Kohle aufgefangene CO2 in Beeskow und Neutrebbin unterirdisch speichern, wofür allerdings keinerlei Erfahrungswerte vorliegen. Energiekonzerne haften allerdings nur 30 Jahre für Schäden. Wie beim Atommüll kann hier auch niemand sagen, was passiert, wenn jährlich 350 Tonnen CO2 in Salzwasser führende poröse Gesteinsschichten gepumpt werden.
In Verbindung mit Wasser bildet das Kohlendioxid eine Säure, die bei einem Störfall nicht nur das Grundwasser verunreinigen könnte, sondern auch alle Meerestiere, die Kalkskelette aufbauen, würden aufgelöst und das Phytoplankton, Grundlage des Nährstoffkreislaufs, zerstört.
Größere Mengen von dem in unserer Luft mit 0,034 % enthaltene CO2 sind allerdings lebensgefährlich; das ist nicht nur von Weinkellern bekannt, sondern auch von vulkanischen Ausgasungen am Kratersee Lake Nyos, Kamerun, wo 1986 mehr als 1700 Menschen getötet wurden. Bei einem CCS-Projekt in Kanada wurden Rinder von aufsteigenden Gasen auf der Weide getötet, so die Bauern.
Die dänische Regierung stoppte nach heftigen Protesten von Grundstückseigentümern die Pläne von Vattenfall, in Nordjütland ein unterirdisches CO2-Lager zu errichten. Nun will die dänische Regierung mögliche Lagerstätten in der Nordsee prüfen.
Greenpeace, die dänische Naturschutzvereinigung, NOAH von Friends of the Earth und Bürgerinitiativen weisen auf die Gefahren hin und fordern ein grundsätzliches Verbot von CO2-Lagerstätten.
Eine schleswig-holsteinische Bürgerinitiative setzte sich gegen die Pläne der Regierung und Vattenfall zur Wehr und schrieb an Kanzlerin Merkel, dass es unfassbar sei, wie Mitglieder der Bundesregierung selbst vor dem Hintergrund der Katastrophe in Japan verantwortungslos handeln.
Doch scheint das Schwarz-Gelb nicht zu stören, denn Brüderle schwärmt von einer Zukunftstechnik, die zu einem Exportschlager werden könne und dem Klimaschutz diene und macht den Weg für die CCS-Erforschung frei. Für die Ängste der Bürger hätte man vollstes Verständnis und daher Sicherheitsstandards im Gesetz verankert, so Brüderle zu Fragen nach der Langzeitsicherheit (die allerdings für Energiefirmen nur 30 Jahre beträgt).
Sobald das CCS-Gesetz gilt, will Vattenfalll für 1,5 Milliarden Euro eine neue Anlage in Brandenburg bauen.
Für Entwicklung und Anwendung dieser CCS-Technologie (carbon capture and storage) sind hohe Investitionen notwendig, die der Verbraucher in Form von erhöhten Strompreisen tragen muss.

Petra E. Kuppinger, 09.07.2011

 

Politik und Massentierhaltung. Aber wer denkt an die Gefühle der Tiere?

Die Sozialdemokraten streben schärfere Regeln für die intensive Haltung von landwirtschaftlichen Nutztieren an.
So will man das Kupieren von Schwänzen bei Schweinen, das Schnabelkürzen bei Geflügel, das betäubungslose Enthornen von Rindern und die betäubungslose Ferkelkastration verbieten.

Die Grünen verweisen in einem Antrag auf die wachsende Zahl großer Tierhaltungsanlagen in Deutschland und die damit einhergehenden Probleme im Tierschutz, aber auch auf die Geruchs- und Lärmbelästigung für Anwohner.
Sie fordern daher mehr Mitsprache der Anwohner bei der Genehmigung solcher Anlagen und neue planungsrechtliche Instrumente, um den Gemeinden eine aktive Steuerung des Baus von Tierhaltungsanlagen zu ermöglichen.

Dagegen spricht sich die CDU/CSU gegen Schnellschüsse für weitere Reglementierungen in der Tierhaltung aus, so der agrarpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Franz-Josef Holzenkamp.
‚Wir sind uns durchaus bewusst, dass die Betriebsentwicklung hin zur intensiven Tierhaltung in einigen Regionen Deutschlands die Grenzen der gesellschaftlichen Akzeptanz erreicht hat‘, erklärte Holzenkamp.
Man werde es jedoch nicht zulassen, dass die Tierhalter unter Generalverdacht gestellt würden.
Der CDU-Politiker lehnte den Antrag der Grünen mit der Begründung ab, dass er ‚außer pauschalen Vorwürfen und Unterstellungen nichts zu bieten‘ habe.

Das von den Parteien so oft betonte christliche Wertesystem scheint keinen Respekt vor dem Leben zu kennen, denn sie erwähnen mit keinem Wort das Leid der Tiere. Ihr Wertesystem scheint sich nur auf die Bereicherung auf Kosten hilfloser Wesen zu beschränken.

Mit der Einführung eines ‚Tierwohl-Labels‘ soll wohl das Gewissen mancher Verbraucher beruhigt werden. ‚Den Tieren ging es ja so gut, bevor sie auf meinem Teller gelandet sind‘.

Petra E. Kuppinger, 15.06.2011

 
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